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Kreditkarten

Credit-CardsKreditkarten werden in Australien auf breiter Front akzeptiert, insbesondere Visa und Mastercard. Einige, insbesondere kleinere, Unternehmen berechnen allerdings einen Zuschlag wenn man mit Kreditkarte zahlt. American Express hat eine deutlich geringere Akzeptanz als die beiden anderen Karten und die Wahrscheinlichkeit, daß eine Zusatzgebühr verlangt wird ist höher.

Alle Geldautomaten die ich bisher in Australien gesehen habe, akzeptieren Kreditkarten. Dies ist gut und schlecht zugleich. Gut, denn das MAESTRO System was die meisten Bankkarten in Europa benutzen ist nicht kompatibel mit dem australischen EFTPOS System und eine Kreditkarte ist daher wahrscheinlich der einzige Weg, um am Geldautomaten etwas abzuheben. Schlecht, denn das Abheben über Kreditkarte kann hohe Gebühren nach sich ziehen (mehr weiter unten).

Sehen wir uns mal diese Gebühren etwas genauer an und was man tun kann, um diese zu vermeiden oder zumindest so gering wie möglich zu halten.

Die erste Gebühr habe ich oben bereits erwähnt. Einige Geschäfte verlangen einen Zuschlag, wenn man mit Kreditkarte zahlt, um damit die zusätzlichen Kosten aufzufangen (die Kreditkartengesellschaften berechnen den Geschäften Gebühren für die Transaktion). In Deutschland und anderen europäischen Ländern ist es illegal Gebühren auf einen ausgewiesenen Preis aufzuschlagen, denn dem Kunden muß immer der Endpreis ausgewiesen werden. In Australien ist dies aber absolut legal und auch üblich. Die meisten Geschäfte sind dabei recht moderat und versuchen lediglich die zusätzlichen Kosten weiterzugeben, viele verlangen keinen Zuschlag und legen die Gebühr genau wie europäische Geschäfte einfach generell auf die Preise um. Insbesondere Taxis verlangen aber teilweise bis zu 10% Zuschlag, einfach weil sie wissen daß viele Kunden - gerade wenn sie vom Flughafen kommen - gar keine andere Wahl haben, als per Karte zu zahlen.

Die zweite Gebühr wird euch direkt von der Kreditkartengesellschaft berechnet und erscheint auf eurer Abrechnung, wenn ihr die Karte im Ausland einsetzt. Wenn ihr innerhalb der Euro-Zone lebt, dann ist Ausland in diesem Fall definiert als außerhalb des Euro-Währungsraums und ihr habt diese Gebühr daher vielleicht noch nicht kennengelernt, obwohl ihr die Karte im Ausland (aber eben innerhalb des Euroraums) eingesetzt habt. Die Gebühr schwankt je nach Karte und ausgebender Bank / Gesellschaft deutlich und liegt meist zwischen 1% und 3%. Einige wenige Karten haben sogar gar keine Auslandsgebühr. Diese sind dafür aber nicht einfach zu finden und haben oftmals andere Nachteile.

Die dritte Gebühr ist versteckt und die meisten haben noch nie etwas davon gehört. Immer wenn man Währungen tauscht - und das tut man, wenn man seine Kreditkarte für das Bezahlen in einer anderen Währung einsetzt automatisch - sollte man sich über den Wechselkurs informieren. Banken und Kreditkartenunternehmen sind in diesem Fall Währungshändler und machen einen großen Teil ihres Gewinns durch das, was man Spreizung oder mit dem englischen Fachbegriff "Spread" nennt. Nehmen wir der Einfachheit halber einmal an, 1,00 Euro = 1,20 Australische Dollar. Das ist der Kurs, den ihr in den Nachrichten hört oder der Zeitung lest als offiziellen Wechselkurs. Wenn ihr aber nun Australische Dollar kaufen wollt, dann bietet euch der Händler nur 1,19 Australische Dollar für 1 Euro. Und wenn ihr das Geschäft in die andere Richtung abwickeln wollt und gerne Euro kaufen wollt, so verlangt der Händler 1,21 Australische Dollar für jeden Euro. Das schlechte daran ist, daß es so gut wie unmöglich ist, diese Spreizung vorher zu erfahren. Anders als bei normalen Wechselstuben kann man ja nicht vorher vergleichen sondern es wird einfach zum gültigen Wechselkurs zuzüglich einer für euch unbekannten Spreizung abgerechnet. Mir ist noch keine Kreditkartengesellschaft untergekommen, die dies offen vorab kommuniziert hätte. Man verdient hier lieber heimlich, ohne daß der Kunde dies weiß. Um nicht unfair zu sein will ich aber auch erwähnen, daß die Spreizung bei den meisten Kreditkartengesellschaften weitaus geringer ist als das, was einem Wechselstuben berechnen.

Die vierte Gebühr hängt von eurer Karte ab und wird nur dann fällig, wenn ihr am Automaten Geld damit abhebt. Die meisten Kreditkarten funktionieren so, daß man am Ende des Monats eine Abrechnung bekommt und wenn man diese komplett bezahlt keine Zinsen anfallen. Dies gilt aber nicht für Bargeldabhebungen. Hier werden sofort ab dem Tag der Abhebung Zinsen berechnet und diese sind mit rund 20% und mehr pro Jahr unverschämt hoch. Mit anderen Worten, wenn man 1.000 Australische Dollar abhebt und am Ende des Monats die Abrechnung erhält, findet man darauf bereits rund 16 Dollar an angefallenen Zinsen, obwohl man noch gar keine Möglichkeit hatte, die Rechnung zu bezahlen. Diese Gebühr vermeidet man am besten, wenn man eine Karte benutzt, die mit dem eigenen Bankkonto direkt verbunden ist, so daß eine Barabhebung direkt dem Konto belastet wird und dadurch (so das Konto ausreichend Deckung aufweist) keine Zinsen anfallen. Informiert euch also immer vorher, wofür und wieviel eure Kreditkartengesellschaft oder Bank etwas berechnet.

Trotz der genannten Gebühren sind Kreditkarten meiner Erfahrung nach der beste und angenehmste Weg im Ausland an Geld zu kommen beziehungsweise zu bezahlen. Andere Wege kosten auch Geld und teilweise sogar erheblich mehr. Ich reise nie mit weniger als 2 Kreditkarten, damit ich im Fall der Fälle wenn eine Karte eine technisches Problem habe trotzdem noch an Geld komme.

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Insider Information

Um unnötige Kreditkartengebühren und Zinszahlungen so weit wie möglich zu minimieren, hier mein Rat:

  1. Besorgt euch eine Kreditkarte die mit eurem Bankkonto verbunden ist und wo daher keine Zinsen für Barabhebungen anfallen. Dies ist üblicherweise bei sogenannten Debit Cards der Fall. Streng genommen sind dies keine Kreditkarten, da sie aber das gleiche Logo tragen und bis auf den Zeitpunkt, wo die Umsätze dem Konto belastet werden genauso funktionieren, fasse ich diese hier einfach zusammen. Debit Karten sind außerdem eine gute Alternative, wenn man nicht genug Kreditwürdigkeit für die üblichen Kreditkarten hat. Eine andere Möglichkeit sind dann sogenannte Prepaid Kreditkarten, die man mit Guthaben auflädt.
  2. Sucht nach dem besten Angebot für eine Karte die möglichst geringe Gebühren für den Auslandseinsetz hat. Selbst eine leicht höhere Jahresgebühr kann durch das, was ihr spart oftmals ausgeglichen werden. Wenn das bedeutet, daß ihr eine zweite Karte benötigt weil die erste nicht diesen Punkt abdeckt - auch gut. Für den Urlaub solltet ihr ohnehin besser eine Absicherung haben.
  3. Wenn ihr plant ein Auto oder eine Wohnmobil / Compervan zu mieten, dann schaut bei der Karte auch darauf, daß eine Fahrzeugversicherung dabei ist. Mehr Details zu diesem Punkt findet ihr im Kasten "Insider Information" auf den Mietwagen und Wohnmobil / Campervan Seiten.
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